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Infinite Summer


#1 Meet A Traveler: Der lesende Niederländer

Wenn du auf Reise gehst, ist es fast unvermeidlich, anderen Leuten zu begegnen. Und das ist das Schöne am Reisen, denn du begegnest nicht nur unglaublich vielen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Kulturen, sondern hast manchmal auch die Gelegenheit, ihren ganz persönlichen Geschichten zu lauschen!

Bevor ich meine Reise auf die Philippinen fortsetze, möchte ich euch noch von Colin, dem Ausreißer aus den Niederlanden, erzählen. Er ist der Erste, der mir seine Geschichte erzählt hat, an dem ich meine Idee erproben konnte und der den Grundstein für die neue Kategorie MEET A TRAVELER legen wird.

Vorhang auf für Geschichten von Reisenden!

Wie lange bist du schon auf Reise? Wo warst du bisher?

Ich reise seit 4 Monaten. Bisher habe ich Thailand, Kambodscha, Indonesien, Indien und Malaysia bereist. Als nächstes geht es nach Australien!

Warum reist du?

Es hilft mir dabei, persönlich zu wachsen. Es sind die neuen Situationen, in die du gerätst, die du aber nie erlebst hättest, wärest du Zuhause geblieben. Ich hoffe, ich werde eine bessere Person und kann meinen Horizont noch mehr erweitern.

Was machst du, wenn du nicht reist?

Ich war ein Manager im HR Bereich. Bis ich gekündigt habe, um zu reisen …

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert, dass du auf unbestimmte Zeit verreisen willst?

Es fanden alle sehr gut. Sie fanden, das würde zu mir passen, das wäre ich.

Was hat dich bisher auf deiner Reise am meisten geprägt?

Das ganze Reisen generell! Es verändert dich entweder ein wenig oder es bestätigt dir die Person, die du schon lange bist. Seit ich unterwegs bin, bestätigt sich definitiv, was ich die ganze Zeit schon immer wieder Zuhause gemerkt habe. Ich bin sehr fürsorglich und passe auf die Menschen um mich herum auf. Und außerdem bin ich sehr vorausschauend. Das Gefühl so zu sein, hatte ich Zuhause auch schon, aber jetzt unterwegs bestätigt es sich immer wieder. Es bestätigt meine Persönlichkeit, das ist echt interessant.

Hat dich ein Moment auf deiner Reise verändert?

Mein größter Moment? Als ich den Mount Rihani bestiegen habe! Unglaublich! Ich bin über mich hinausgewachsen. Das Gefühl, oben auf dem Gipfel zu stehen, … dafür gibt es keine Worte, außer: ich habe es geschafft!

Wovor hattest du bisher Angst?

Ich war in Indien, als ich in einer Rikscha unterwegs war. Wir wollten eine Straße passieren, aber diese war blockiert, weil ein Kind gekidnappt wurde. Wir durften sie nicht überqueren. Die „Aufpasser“ wurden richtig wütend. Sie waren bewaffnet und wirkten sehr gefährlich. Im Endeffekt mussten wir umkehren. Um uns herum all die Bewaffneten … keine schöne Situation. Vor allem, wenn du all das nicht wirklich verstehst und ein Fremder in diesem Land bist.

Wie gehst du mit anderen Kulturen um?

In Indien kennen sie unseren bekannten „persönlichen Sicherheitsraum“ nicht. Ich habe sie zu nah herankommen lassen, auch wenn es mir sehr unangenehm war. Ich wollte sie nicht vorführen und vor den Kopf stoßen. Sie kennen es nicht anders. Es ist ihre Kultur. Sie fassen deinen Arm an, auch wenn du es nicht willst. Ich denke, man muss seine eigenen Grenzen finden. An manchen Tag erträgst du es die ganze Zeit, an anderen eben nicht.

Wann bist du an deine Grenzen gestoßen?

Ich war auf der Insel Lombok in Indonesien und habe den Mount Rihani bestiegen. Meine Beine haben so unglaublich weh getan. Noch nie hatte ich so ein Gefühl. Ich habe gedacht, ich kann nicht mehr, ich schaffe es nicht. Der dreitägige Trip (3d2n) war so schlimm. Aber meine Gedanken, es schaffen zu wollen, waren schlussendlich stärker als mein Körper. Ich bin sozusagen über mich hinausgewachsen. Ich bin über meine Grenzen gegangen, mehr als das, aber es hat sich gelohnt – es war der Hammer!

Wofür würdest du immer wieder reisen?

Ich möchte immer mehr neue Dinge sehen. Natur, Länder, Kulturen. Die Welt ist so facettenreich. Und vor allem möchte ich neue Leute kennenlernen. Der soziale Kontext gefällt mir sehr am Reisen.

Was war bisher dein bestes Reise-Erlebnis?

Definitiv der Aufstieg auf den Mount Rihani in Indonesien. Ich habe mich dabei selber kennengelernt. Und vor allem gemerkt, dass ich meine Grenzen niederreißen kann, wenn ich nur will.

Hattest du auch ein richtig negatives Erlebnis auf Reisen?

Oh ja. Ich war in einer Gruppe von Menschen, in der waren so viele, die sehr negativ drauf waren. Ich wollte sie nicht mehr um mich herum haben. Es hat mich selber total heruntergezogen. Das Gute daran, wenn du allein reist, kannst du einfach weiterziehen. Du kannst aus der Gruppe weggehen und dir neue Leute suchen. Zuhause ist das anders, da könntest du das nicht so einfach tun, ohne selber negativ aufzufallen. Auf Reisen musst du nicht so freundlich und höflich sein. Du gehst. Wann du willst.

Was machst du bei Heimweh? Was würdest du bei Heimweh empfehlen?

Ich hatte noch nie Heimweh. Die Welt ist mein Zuhause. Aber wenn ich Heimweh haben würde, gäbe es heutzutage zum Glück all die Social Media Kanäle wie Facebook bspw. oder Skype. Ich würde mit jemandem Zuhause skypen, das ist etwas Positives, das helfen kann. Ich würde aber nicht mit jemanden skypen, den ich vermisse, das würde es nur schlimmer machen.

Was machst du, wenn du dich einsam fühlst?

Manchmal willst du allein sein. Wenn ich davon aber genug hätte, würde ich mich dazu „zwingen“ nach draußen zu gehen, neue Orte entdecken und neue Menschen kennenlernen. Du musst kommunizieren. Das hilft unheimlich. Gerade in Hostels sollte das eigentlich kein Problem sein, es gibt doch so viele Aufenthaltsbereiche oder in deinem Mehrbettzimmer …

Wie triffst du denn Menschen, wenn du auf Reise bist?

Ach, das fängt schon beim Check-In im Hostel an. Sei einfach offen genug, sei sozial. Sei mutig und geh auf die neuen Leute zu. Sie auch nahbar, verschanz dich nicht und sitz nicht ganz allein in irgendwelchen Ecken herum. Setz dich lieber an einen großen, offenen Tisch. Und dann geht es doch fast von selbst, wenn sich einer zu dir setzen will.

Hast du auf deiner Reise einen Lieblingsort gefunden?

Perhentian gefällt mir gerade sehr gut, das liegt aber auch an den Menschen, die auf der Insel sind. Ich fühle mich aber auch gerade sehr im Einklang. Es stimmt alles.

Ansonsten fand ich die Halong Bay in Vietnam sehr schön, das Kayak fahren war wahnsinnig cool!

Was würdest du tun, wenn du unterwegs eine Reisetief hast?

Ich würde nach Hause fliegen. Oder einfach flexible Tickets buchen. Oder gleich One Way Tickets. Dann kann ich frei entscheiden, was ich wann tun möchte.

Gibt einen Charakterzug, der dir beim Reisen besonders bewusst wird?

Ja, ich bin ein Entdecker. Ich bin total neugierig und muss Dinge mit meinen Augen sehen und erleben.

Was wirst du tun, wenn deine Reise zu Ende ist?

Ich werde mir meinen persönlichen „happy place“ suchen und mich dort erst einmal niederlassen. Allerdings wird das nicht in Holland sein, ich möchte ein neues Zuhause finden. Aber jetzt geht es erstmal nach Australien!

∞ ∞ ∞

Ich habe ihn danach nie wieder gesehen. Wir haben weder Nummern noch Facebook getauscht. Aber ich wette, er hat eine geile Zeit in Australien! Danke für deine Geschichte und Hilfe! Stay safe! #meetatraveler

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