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Infinite Summer


Die Angst vorm Scheitern

Die Angst vorm Scheitern

Die Angst vorm Scheitern schreibt die Geschichte unseres Lebens. Sie nimmt uns gefangen, obwohl wir nichts mehr wollen, uns nichts sehnlicher wünschen, als perfekt zu sein. Schon früh haben wir gelernt, dass nur Menschen im Leben erfolgreich sind, die viel geben, die hart kämpfen, die gute Noten nach Hause bringen. Schon früh haben wir gelernt, dass Ziele wichtig sind, dass wir vorankommen müssen und nie stillstehen dürfen. Schon früh haben wir gelernt, dass wir verantwortlich sind für unser Leben. Scheitern? Nein, danke!

Aber was ist, wenn unsere Welt plötzlich im Chaos versinkt? Wenn die Probleme in unserem Leben die Oberhand gewinnen? Wenn wir nicht mehr wissen, welchen Weg wir wählen sollen? Was ist, wenn wir anfangen zu stolpern? Kurz vor der Ohnmacht stehen? Nicht mehr vor, nicht mehr zurück wissen? Was ist, wenn alles, was wir uns mühsam aufgebaut haben, nicht mehr funktioniert? Was passiert, wenn unsere Pläne nicht mehr aufgehen? Was geschieht, wenn wir scheitern?

Die Angst vorm Scheitern

Ist und bleibt die größte Angst in unserem Leben. Keine Furcht ist so dominierend, wie diese Form des Ängstigens. Keine hat uns so fest im Griff. Keine bringt uns so sehr ins Straucheln. Keine bereitet uns so viele Sorgen. Sie ist der Spiegel unseres Daseins. Unser Aushänge-Schild. DAS bist du, DAS kannst du. Und wenn du scheiterst, wer bist du dann? Ein Niemand. Ein Taugenichts. Aber … Stimmt das wirklich? Ist es wirklich so schlimm, zu scheitern?

Jeden Morgen fürchten wir uns vor dem bevorstehenden Tag, in der Angst, etwas falsch zu machen, uns bloßzustellen, daneben gelegen zu haben. Jeden Abend fürchten wir uns vor dem kommenden Tag, in der Angst, etwas falsch zu machen, uns bloßzustellen, daneben zu liegen.

Und dazwischen? Atmen wir tief ein. Und tief aus. Sind einen Moment glücklich, dass wir alles im Griff haben, dass keine Probleme vor uns den Weg versperren, dass wir können, was wir tun. Dass wir nicht gescheitert sind! Puh. Nochmal Glück gehabt. Denn mal ehrlich? Scheitern? Ich bitte dich.

Aber das muss nicht immer der Fall sein. Erinnerst du dich an die Momente, in denen du kurz davor warst? Erinnerst du dich an die Momente, in denen du es abwenden konntest? Ja? Herzlichen Glückwunsch. Das ist großartig. Erinnerst du dich aber auch an die Tage, an denen nicht alles so glatt lief, wie du es dir erträumt, ausgemalt, gewünscht hast? Du siehst, es ist nicht immer alles perfekt! Auch wenn wir es uns sooo sooo sehr wünschen.

Das Gefühl, alles geht den Bach hinunter

Gehörst du nicht zu den scheinbar glücklichen Menschen, die ihr Leben total im Griff haben, möchte ich dich im Kreise der Unperfekten begrüßen. Aber nicht, weil bei dir alles den Bach hinuntergeht, sondern weil du auch mal stolperst. Du hattest Ziele. Du hattest Wünsche.

Du hattest die Traumvorstellung, oder?

Du hast dich jahrelang abgemüht, gute Noten zu schreiben. Du hast die Tage damit verbracht, dir Wissen anzueignen. Du warst zielstrebig. Du wusstest immer, wohin dein Weg dich führen soll. Du hattest dieses eine Ziel. Und jetzt ist es weg. Es ist nicht mehr da. Denn du, du bist gescheitert. Aber das ist nicht das Schlimmste. Nein, das Schlimmste ist, dass es dich quält, dich innerlich zerfrisst, dir schlaflose Nächte bereitet. Unzählige Fragen in deinem Kopf …

Was habe ich nur falsch gemacht?

Ja, du hast „scheinbar“ etwas falsch gemacht. Ich betone dieses „scheinbar“ so, weil es vielleicht eine Ansichtsfrage ist. Was hast du denn  falsch gemacht? sollte anders lauten! Zum Beispiel: Hast du dein Ziel falsch definiert? Haben sich deine wirklichen(!) Ansichten verschoben, ohne dass du es mitbekommen hast? Haben sich deine Vorlieben verändert? Hast du dich vielleicht nach etwas ganz anderem gesehnt, als du bekommen konntest?

Willst du wirklich 9-to-5 arbeiten? Bist du dir sicher, dass du nur in den Genuss einer handvoll Urlaubstage im Jahr kommen willst? Sehnst du dich tatsächlich jeden Tag nach demselben Trott? Aufstehen, frühstücken, zur Arbeit fahren, dich durch den Tag quälen, um nach der Arbeit wieder nach Hause zu fahren, viel zu spät, müde, kaputt, keine Kraft mehr für Sport zu haben, keine Zeit mehr zum Freunde treffen? Wenn dich diese Rituale beruhigen, dann freut es mich, weil du scheinbar doch nur kurz vom Weg abgekommen bist. Wenn dich diese Aussichten aber eher beängstigen und in dir einen starken Widerstand auslösen, dann hör weiter zu. Denn du bist damit nicht allein.

Was denken nur alle von mir?

Und vor allem bist du deswegen nicht unnormal. Du hast nur andere Ansichten. Ansichten, die sich mit deinen Erfahrungen im Leben geändert, sogar verschoben haben. Du bist nicht mehr damit zufrieden, wie dein Leben für dich künftig aussehen soll. Du möchtest mehr. Du willst mehr Urlaub. Du willst mehr Freiheit. Du willst mehr Selbstbestimmung. Du sehnst dich danach, aus dem Hamsterrad auszubrechen. Nicht, weil es nicht so unglaublich bequem ist, sondern weil es dich bedrängt, einengt, dir die Luft zum Atmen nimmt.

Kannst du dir vorstellen, bis an dein Lebensende jeden Tag auf der Arbeit für dein Leben zu schuften? Der Gedanke, dass danach die Rente winkt und du dir mit dem wohlverdienten Geld ein schönes Rentendasein gönnen kannst … den Gedanken hast du nicht wirklich, oder?

Aber du tust so, weil es konform ist, weil die Welt und dein Umfeld es von dir erwarten. Weichst du vom Weg ab, fällst du auf. Gerätst du ins Straucheln, wirst du schräg angesehen. Kein Wunder, dass wir täglich Angst davor haben, zu Scheitern. Denn was ist, wenn wir wirklich einmal anfangen, anders zu denken?

Was ist, wenn wir neue Wege gehen wollen? Dann ist das nicht okay. Dann bist du nicht normal. Dann ist etwas falsch mit dir. Pass dich an, hör auf damit, fang endlich an, geh Geld verdienen, hör auf zu meckern – jeder Tag wird ein Ende haben. Und dann kommt das Wochenende. Diese zwei wundervollen Tage, die übertünchen, dass du danach wieder fünf Tage – zweieinhalb Mal so viel Zeit(!) – durchhalten musst. Tapfer sollst du sein. Arbeiten macht frei. Arbeiten gibt dir einen Sinn. Arbeit gegen Leben.

Ja, das stimmt, aber auch nur, wenn sie zu der Ansicht passen, die du dir vorgestellt hast … und was ist, wenn die Vorstellung knallhart auf die doch so andere Realität trifft? Was passiert mit deiner Welt, wenn zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine riesige Lücke klafft? Wirst du weiter von Möglichkeiten träumen? Wirst du anfangen, dich anzupassen? Wirst du hoffen, dass du es irgendwann vergisst?

Du wirst es nicht. Ich muss dich enttäuschen. Du hast angefangen, quer zu denken. Du bist anders als die anderen, aber nicht unnormal. Das ist okay. Im Grunde, um ehrlich zu sein, sogar genial. Warum? Weil anders sein gut ist. Oder willst du wirklich wie ein Hund der Masse hinterhertrotten? Mit hechelnder Zunge und wackelndem Schwanz. Ja? Du bist so brav. Nein? Du Rebell!

Wird es immer wieder passieren?

Wahrscheinlich. Täglich. Sei denn, du bist der Künstler der Verdrängung. Allerdings ist Verdrängung bekanntermaßen kein Prozess, auf den man stolz sein sollte, sondern eher etwas, an dem man arbeiten muss. Die Frage ist also nicht: Warum bist du gescheitert? Die Frage ist: Was wird jetzt anders? Du wirst wahrscheinlich viel Zeit damit verbracht haben, nach Ursachen zu suchen und nach Gründen zu fragen.

Das ist ein guter erster Schritt. Nicht, weil es dich zermürbt, was es hoffentlich nicht getan hat, sondern weil du dich mit dem Zustand nicht zufrieden gibst. Es ist dir wichtig, Dinge zu verstehen. Es liegt dir am Herzen, die Umstände zu verstehen. Es ist dir einfach nicht egal, was mit dir wird. Und das wäre auch komisch. Du willst schließlich perfekt sein, den richtigen Weg gehen und deine Ziele erreichen.

Ersteres sollten wir streichen, denn niemand von uns wird je perfekt sein … und mal im Ernst, wäre das auch langweilig! Warum willst du es nur? Weil die Perfekten nie anecken? Weil die Perfekten nie für Probleme sorgen? Weil die Perfekten in Ruhe gelassen werden? Ach komm. Das ist doch Quatsch.

Fokussieren wir uns also lieber …
auf den Weg und das Ziel.

Denn es ist egal, warum du gescheitert bist. Viel wichtiger ist, die notwendigen Konsequenzen für dich aus diesem „scheinbaren“ Scheitern zu ziehen und endlich wieder mit deinem Leben weiterzumachen. Du hast schließlich nur dieses eine Leben. Also frag dich nicht, quäl dich nicht, fürchte dich nicht. Nimm es in die Hand!

Sei die Person, die dich glücklich macht. Tag ein. Tag aus. Und nicht nur am Wochenende. Sondern täglich!

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