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Infinite Summer


Ab in den Norden – Abenteuer Schweden (Gastbeitrag)

Ab in den Norden – Abenteuer Schweden (Gastbeitrag)

Ilka von http://ilkamarille.com liebt es genauso sehr wie ich zu reisen. Sie ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat sich dafür entschieden, ins Ausland zu gehen. Nicht nur auf eine Reise, sondern für länger. Nicht nur für einen Monat. Sondern ein ganzes halbes Jahr. Lest selber, wo es sie hintreibt und wie es dazu kam 🙂

Ab in den hohen Norden – Erwartungsvolle Gedanken
zu meinem
Auslandssemester in Uppsala, Schweden

Alles begann vor – lasst mich kurz nachrechnen – mittlerweile ziemlich genau 9 Monaten. Es war Dezember, der Weihnachtstrubel in der Stadt war voll im Gange und ich saß bei einer wärmenden Tasse Tee und einem netten Gespräch im Wohnzimmer einer Freundin. Ein Thema, das uns beide nun schon seit geraumer Zeit immer wieder verbindet, ist das Reisen. Aus jetziger Sicht kann ich unseren Gesprächsverlauf nicht mehr vollständig rekonstruieren, aber irgendwann fing sie plötzlich an, von ihren Plänen eines Auslandssemesters zu erzählen.

Wir stellten fest, dass uns beiden die Idee schon länger im Hinterkopf herumschwirrt, doch für mich war das immer so eine Sache, die ich irgendwann mal machen wollte. Bei genauerem Brainstorming und Abwiegen der Tatsachen, kamen wir aber beide zu dem Entschluss, dass wir es einfach jetzt anpacken sollten. Zack! Da fiel der Schalter und in die gemütliche, vorweihnachtliche Besinnlichkeit mischte sich plötzlich Aufregung, Vorfreude, Tatendrang und Begeisterung.

Der erste Stein zum Erasmus Aufenthalt war gelegt, und ja, der monatelange Weg bis zum tatsächlichen Abflug war langwierig und zum Teil nervenzehrend. Aber gerade in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen tippen, sitze ich in meinem Zimmer in Uppsala, Schweden. YAY, ich bin tatsächlich hier!

Schweden

Warum eigentlich weg von zu Hause?

Wer noch nie selbst das Kribbeln in den Fingern gespürt hat, bei dem Gedanken, für längere Zeit in ein anderes Land zu gehen, kann diese Entscheidung vielleicht nicht ganz nachvollziehen. Auch mir fällt es schwer, wirklich einen konkreten, klar definierten Grund zu nennen, warum ich das hier eigentlich machen wollte. Entschuldigt die Verallgemeinerung, aber wenn wir uns mal ehrlich sind, fühlen wir uns doch eigentlich ganz wohl in unserer gewohnten Umgebung.

Warum zieht es Menschen wie mich dann dennoch manchmal weg von zu Hause? Was ist der Reiz? Warum nimmt man all die Bürokratie und monatelange Organisation auf sich, um an einem völlig fremden Ort, umgeben von fremden Leuten, zu leben?

Ich weiß ja nicht, was in euch Reiselustigen da draußen vorgeht, deshalb erzähl ich euch hier nun von meinen persönlichen Gründen für ein Auslandssemester:

  • In einem anderen Land zu sein, ohne sich wie eine Touristin zu fühlen. Ich bin zwar auch auf bisherigen Reisen nicht diejenige gewesen, die hektisch von einer zur nächsten „Top-Sehenswürdigkeiten“ einer Stadt gerannt ist, nur um ein mehr oder weniger gutes Foto davon zu machen. Aber trotzdem lernt man – zumindest erhoffe ich mir das – ein Land von einer ganz anderen Seite kennen, wenn man nicht nur seine Freizeit, sondern sein tatsächliches alltägliches Leben dort verbringt.
  • Kultureller Austausch. Eines der faszinierenden Dinge, die ich von Erzählungen anderer Erasmus Studierender bislang so gehört habe, ist das Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Nationen. Wann sonst hat man schon die Gelegenheit am selben Ort so viele Leute aus den verschiedensten Ländern kennenzulernen.
  • Reisen, reisen, reisen. Ja, ich gebe es zu. Mein Hauptgrund für Erasmus ist nicht das Studium. Viel mehr brennt es mir unter den Fingernägeln, wenn ich an die unzähligen Orte denke, die ich während meiner Zeit in Schweden besichtigen will. Klar, Stockholm mit seinem Schärengarten ist naheliegend. Doch da wären noch so viele andere Plätze, die entdeckt werden wollen. Gotland, Öland, Helsinki, Tallinn, Lappland, Göteborg. Und auch ein Abstecher nach Norwegen wäre wiedermal was Feines. Hach ja. Mal sehen, ob ich tatsächlich so viel Zeit (und Geld!) in Reisen investieren kann, wie ich mir das erträume.
  • Über den eigenen Schatten springen. Wer mich kennt, weiß vielleicht, dass ich eine Person bin, die im Grunde genommen ganz gut auch mal eine Zeit lang mit sich alleine zurechtkommt. Ich bin nicht diejenige, die als erstes laut vor Freude schreit, wenn jemand den Vorschlag macht, auf die nächst beste Party zu gehen, so angesagt sie auch sein mag. Umso gespannter bin ich, wie leicht oder schwer es mir fallen wird, nicht nur neue Kontakte zu knüpfen sondern auch neue Freundschaften zu schließen. Geteilte Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse sind ja schließlich immer die schönsten. Dementsprechend werde ich mich wohl von Anfang an mitten ins nächtliche Studentenleben stürzen 😉
  • Die Freiheit genießen. Um mir dieses knappe halbe Jahr Auszeit gönnen zu können, musste ich im Vorfeld einiges an Zeit, Organisation und Arbeit in dieses Vorhaben investieren. Die anfängliche Euphorie war zwar schön und gut, aber dennoch gab es für mich einige Punkte, die ich mir sorgfältig durchdenken und planen musste, bevor ich mir sicher war, dass ich das wirklich machen kann, ohne am Ende komplett pleite zu sein. Ich habe meine Arbeitsstunden erhöht, zeitweise zwei Jobs gehabt, Bildungskarenz organisiert, Stipendien beantragt und nebenbei meinen Bachelor abgeschlossen. All das, nur um jetzt sagen zu können: Ich bin jetzt hier, wo ich hinwollte. Im wunderbaren Schweden, auf einer neuen Uni, umgeben von einer Menge neuer Gesichter und schöner Orte. Und ja, im Moment fühlt sich das ziemlich nach Freiheit an.

Für manche von euch wird so ein Auslandssemester vielleicht keine große Sache sein, für mich ist es das aber allemal. Für mich geht damit ein kleiner Traum in Erfüllung und ich bin einfach so gespannt, was die nächste Zeit hier alles so bringen wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich um zahlreiche Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse reicher bin, wenn ich wieder zurückkomme. Und ich hoffe natürlich, dass die meisten davon positive sind, an die ich mich auch noch Jahre später mit einem zufriedenen Lächeln zurückerinnern werde.

Ich möchte an mir selbst und an den ganzen Begegnungen mit neuen Menschen unterschiedlichster Herkunft wachsen. Und zu guter Letzt möchte ich es einfach genießen, weit weg vom herkömmlichen Alltag zu sein und hier einen neuen Lebensrhythmus zu finden. Denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Uhren während eines längeren Auslandsaufenthaltes ein wenig anders ticken als sonst. Aber das werde ich ja noch alles früher oder später genauer erleben.

Warum ich mich ausgerechnet für Schweden entschieden habe, könnt ihr hier nachlesen.

Und wer wissen will, wie mein erstes Update nach einer Woche ausfiel, kann mal in diesen Beitrag reinschauen.

∞ ∞ ∞

Ihr wollt mehr von Ilka und ihrem Abenteuer erfahren?
Dann schaut auf ihrem Blog vorbei und fiebert mit ihr mit.

Vielen Dank für deinen Gastbeitrag, liebe Ilka!

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