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Infinite Summer


Liebes Reisen, du bist anstrengend!

Liebes Reisen, du bist anstrengend!

Reisen ist anstrengend. Besonders anstrengend ist es, wenn du keinen All-Inklusive-Urlaub gebucht hast, der dir die Freiheit und Eingeschränktheit gibt, nur an einem Ort zu bleiben.

Aber nicht nur die Reise ist anstrengend, viel mehr sind es die Travel Days. Ob wir von Deutschland aus starten und uns auf einen Langstreckenflug begeben oder aber vor Ort weiterreisen, beide Varianten zehren an den Kräften. Jede auf ihre eigene Art und Weise.

Der endlos lange Weg 

Wir alle wissen, wie lange es dauern kann, auf Langstrecke zu gehen. Meist ist unser Ziel nur über einen Stopover zu erreichen, bei dem wir wieder aussteigen und einige Zeit am Transit-Flughafen verbringen müssen, bevor wir uns schlussendlich auf unseren vermutlich längeren Flug begeben können.

Wenn du aber bereits vor Ort bist und dich dafür entschieden hast, nicht die gesamte Zeit am selben Ort zu bleiben, dann bleibt dir nichts anderes übrig, als dich den so genannten Reisetagen hingeben zu müssen. Und diese … diese können so zäh wie Kaugummi sein und dir nicht nur die Nerven, sondern vor allem Zeit rauben.

UBER? Taxi? Bus? Fähre? Alles!

Ob eine Rundreise durch Bali oder Inselhopping durch Malaysia, diese Travel Days, sie dauern ewig. Gerade in Malaysia scheint jedes Abenteuer mindestens 6 Stunden Aufwand entfernt zu sein. Du möchtest auf eine andere Insel? Dann brauchst du sicherlich ein Taxi zum Transportmittel deiner Wahl, eine Fähr- oder Busfahrt, manchmal sogar zwei, und schlussendlich noch eine erneute Fahrt zur nächsten Unterkunft.

Du willst ohne drei Verkehrsmittel von A nach B reisen? Nicht in Malaysia. Manche Ziele sind sogar mehr als 6 Stunden entfernt. Liebäugelst du mit den Perhentian Islands, kann es passieren, dass du sogar einen Nachtbus nehmen musst und so gut und gerne mehr als 12 Stunden unterwegs bist. Ein Glück, dass die Nachtbusse in Malaysia erschwinglich und vor allem teilweise äußerst komfortabel ausgestattet sind.

Neben anstrengenden Reisen mit dem Van über Stock und Stein kannst du auch einfach das Glück haben, einen Bus zu erwischen, der dich gepolstert und halbliegend von A nach B schaukelt. Vielleicht schaffst du es dann sogar, die Fahrt zu verschlafen und erholter als gedacht anzukommen. Dann hattest du Glück. Das sind die guten Reisetage. Die Tage, an denen du zwar ewig unterwegs bist, die Zeit aber nicht im Minutentakt vor dir herschleicht.

Die schwarze Seite des Reisens

Und dann gibt es die Reisetage, die du hasst, die dich nerven, die dir alle Kräfte rauben. Wenn du zum Beispiel in Borneo um 8:30 Uhr mit einem Van zwei Stunden von Kinabatangan nach Sandakan fahren musst, den vor dir stehenden Bus nicht nehmen kannst, weil er schon voll ist, du zwei weitere Stunden auf den nächsten Bus warten musst, um dann mindestens weitere 6 Stunden Fahrt nach Kota Kinabalu vor dir zu haben. Und dann auch noch im Stau stehst. Und das Kind neben dir dreimal kotzt. Dann ist Reisen ein Arschloch. Ein fieses, gemeines. Und du denkst dir: Ich will nicht mehr.

Für mehr Geld hättest du auch fliegen können. Statt dessen wolltest du Geld sparen. Für 10 Euro nimmst du diese Strapazen auf dich. Für 50 Euro hättest du in wesentlich kürzerer Zeit auch fliegen können. Aber du weißt, für 40 Euro Differenz kannst du in Malaysia 3 Nächte im Doppelzimmer schlafen oder 18 Mal in der Garküche ein Hauptgericht plus frischen Saft bekommen. Und wenn du das weißt, dann ist es das Einzige, das dich rettet.

Planung? In anderen Ländern? Yeah. Good try.

Reisen ist anstrengend. Reisen nervt. Vor allem, wenn du nicht planen kannst und es nicht in der Hand hast. Dann kannst du nur versuchen, ruhig zu bleiben, tief durchzuatmen und darüber zu schmunzeln, dass deine Musik plötzlich nicht mehr geht und du jetzt die nächsten Stunden mit Jackie Chan beschallt wirst. Irgendwann ist es zu Ende. Und das ist der Moment, in dem du wieder frei bist und doch eigentlich alles nur besser werden kann, oder?

Denn immerhin bist du nicht gescheitert, du bist angekommen. Auch wenn dir die Welt Steine auf den Weg legt. Du hast kein Rückflugticket von den Philippinen gebucht? Das Wifi am Airport streikt und du kannst keinen Flug buchen? Der Weiterflug kostet am Schalter natürlich viel mehr als online? Die Gepäckabgabe schließt, bevor du wieder – um Geld ärmer und um ein Ticket reicher – zurück am Schalter bist? Du rennst. Du fluchst. Du ärgerst dich. Weil dein Ticket von Malaysia nach Deutschland nicht ausreicht. Weil du mehr Geld bezahlen musstest. Weil der Schalter einfach schließt.

Bad Karma, Baby!

Hast du es geschafft, dein Gepäck doch noch aufzugeben, geht das Drama weiter. An manchen Tagen liegt ein Fluch über dir. Alles geht schief. Bad Karma, Baby. Völlig fertig mit den Nerven passierst du drei Sicherheitskontrollen, stehst Schlange an der Immigration. Dein Boarding hat angefangen. Und du warst mehr als 2 Stunden vor Abflug am Flughafen. Zur Strafe bist du gestresst, obwohl du pünktlich da warst. Dein Gate schließt in 10 Minuten. Du rennst. Du musst auf die Toilette. Du hast Durst. Die Grundbedürfnisse sind präsent. Du kämpfst die letzten Minuten.

Und stehst wieder Schlange. Eine erneute Kontrolle. Dein Glück, dass du kein Wasser gekauft hast, denn es wird dir kurz vor Ende wieder abgenommen. Ohne Worte. Menschenunfreundlich vom Feinsten. Dein Pass zum hundertsten Mal. Dein Ticket, immer wieder. Und dann wartest du auf dein Boarding. Nur noch wenige Minuten. Dein Flug wird nicht aufgerufen. Heute geht es nur nach Kuala Lumpur, nicht nach Manila. Und du wunderst dich, was schon wieder falsch läuft.

Bis die Ansage über dir ertönt, dass Person X und Y – nicht du – die letzten für deinen Flug nach Manila sind, die fehlen. Und du denkst dir: Boarding? Nun doch? Warum wird mein Name nicht aufgerufen? Und du gehst zum Schalter und warst doch wieder schlauer. Dein Name wird nicht aufgerufen, aber du darfst zum xten Mal deinen Pass zeigen.

Man könnte meinen, du bist die letzte Person. Und dann stehst du im Flugzeug Schlange, weil es der Rest noch nicht mal geschafft hat, das Gepäck zu verstauen und sich zu setzen. Und dann sitzt jemand auf deinem Platz. Und du denkst dir nur … kann es noch schlimmer werden?

Die nackte Wahrheit

Oh AirAsia, ich hasse dich! Abgrundtief ist untertrieben. Das Einzige, was bei dir billig ist, ist dein miserabler Service. Wenn du nicht das Monopol auf die Strecke von Borneo auf die Philippinen gehabt hättest, hätte ich mir die grauen Haare ersparen und die Nerven schonen können.

Aber wenn du denkst, es geht nicht noch schlimmer, dann irrst du dich. Denn es gibt einfach diese Tage, an denen mehr als alles schief geht. Dann landest du endlich nach der größten Miesere am Flughafen in Manila. Du wartest ewig auf den Transfer zwischen den Terminals, stehst ewig bei der Gepäckabgabe, weil das System ausgefallen ist, versuchst Geld abzuheben und bekommst keins, verdurstest und verhungerst, weil du die falsche Währung im Portemonnaie mit dir trägst …

Diese Tage, sie sind anstrengend. Diese Tage, die du nicht brauchst. Diese Tage, die Geschichten für dich erzählen. Diese Tage, ohne die du die schönen Tage nicht so ehren könntest. Diese Tage …

3 comments

  • Connie

    September 25, 2016

    Und beim nächsten „Scheisstag“ einfach mal stehenbleiben, STOP sagen und realisieren, dass der eigene „Scheisstag“ ein aufregendes Erlebnis ist, über dass du am nächsten Abend lachst. Ich würde solche Tage niemals gegen die Montage Zuhause eintauschen. Was passiert denn schon, wenn man den Flug/Bus/Zug verpasst? Einen Tag später am Ziel ankommen?

    • Linda

      Linda

      September 26, 2016

      Reisen ist wundervoll, aber manchmal, manchmal nervt es! Trotzdem würde ich es keine Sekunde eintauschen wollen 🙂

  • Flo

    Oktober 9, 2016

    Hach, diese Reisestrapazen.
    Ich könnt es ja nie als „Freiheit“ oder als „Glück“ empfinden, All-inc in einem Hotel zu sitzen und mich nie zu bewegen.
    Jede gute Reisegeschichte beginnt meist schon mit einer kuriosen Anreisestory. Das Reisen, das „Überleben“ wie du es nennst, und die Strapazen gehören für mich zum Reisgefühl einfach dazu. Sie geben einem das Gefühl, etwas geschafft zu haben, dass man wirklich unterwegs ist. Sie bringen einen aber auch an die eigenen Grenzen und man „spürt sich endlich wieder selbst“, wie ich finde.

    Ich möchte sie nicht missen – auch, wenn ich kaum eine der Strapazen wiederholen würde 😀

    Cheers,
    Flo
    http://www.reisedichzusammen.at

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