Skip to content

Infinite Summer


Sehnsucht nach Orang Utans? Ab nach Sepilok!

Sehnsucht nach Orang Utans? Ab nach Sepilok!

Borneo und ein Ziel: Orang Utans sehen! Wir hatten einen Tag in Kota Kinabalu und haben nicht viel mehr geschafft, als unser Leben zu organisieren. Genauer gesagt: Unser Leben und vor allem unsere Rundreise auf Borneo. Denn Borneo ist eines: anders. Hier gibt es Buspläne, die keine Pläne sind, sondern nur existieren, um zu existieren. Als Alibi sozusagen.

Wann ein Bus fährt? Das weiß niemand, denn hier fahren die Busse, wenn sie voll sind und nicht, wenn du es möchtest oder es eine Zeit dir sagen könnte. Aber  verdammt, wir wollten Orang Utans sehen – komme, was wolle!

Sepilok

Auch wenn Borneo so anders und vor allem chaotisch sein soll, auf Borneo gibt es UBER. Da in Malaysia im September für eine Woche Ferien sind, haben wir daher beschlossen, nicht mit allen anderen um die regulären Stadtbusse zu kämpfen, sondern UBER zu benutzen. Auch wenn der Bus zum Busbahnhof Ipanam nur 1,5 MYR (0,33 Euro) gekostet hätte. Eine entspannte 15 minütige Fahrt mit UBER hat uns dagegen 12 MYR (2,65 Euro) zu zweit gekostet. Mit dem Taxi wären es 30 MYR (6,60 Euro) gewesen!

Fütterungsplattform Orang Utans

Dank der Ferien waren die Straßen auch so leer, dass wir zügig vorankamen und bereits gegen 8 Uhr morgens am Busbahnhof standen. So konnten wir ohne Stress das nächste Bus-Ticket erstehen. Für 43 MYR (9,50 Euro) sollte uns der nächste Bus – haltet euch fest – 8:30 Uhr(!) nach Sepilok bringen. Nicht mal zehn Minuten später war der Bus bereits vollständig belegt. Unglaublich!

Affen beim Fressen

Vor uns lag eine traumhaft bucklige Fahrt von 6 Stunden auf der hintersten Sitzbank des Busses. Direkt neben dem Klo. Ich wollte Abenteuer. Hier hatte ich mein Abenteuer. Denn für eine Toilettenpause stoppt man auf Borneo nicht. Eine Toilette gibt es an Board. Rückwärts. So dass man wahrscheinlich auf dem Klo landet, wenn der Busfahrer ordentlich auf die Bremse drückt. Allein der Besuch dieser Örtlichkeit entpuppte sich dank der vielen Schlaglöcher als zehnminütiger Akt der Körperbalance mit akrobatischen Künsten. Wäre es nicht so unglaublich unschön gewesen, hätte man das glatt als Anlass zum ausgiebigen Yoga üben nehmen können.

Orang Utan auf Seil

Unsere Busfahrt endete mitten im Nirgendwo an einer Straßenkreuzung. Vor uns lagen mindestens zwei Kilometer völlig bepackt. Da ich manchmal der faulste Mensch der Welt bin und wir sicher ziemlich mitleidserregend ausgesehen haben, ging mein Plan zu Trampen auf – Daumen raus, Fahrer gesucht! Ein Versuch. Ein Auto. Und wir in einem coolen großen SUV, mit unseren Rucksäcken auf der Ladefläche. Hihihihi. Sau cool! Was waren wir dankbar 🙂

Kleiner Orang Utan

Denn wenn wir hier eins lernen, ist es für die vielen kleinen Dinge dankbar zu sein. Wir lernen hier plötzlich wieder Seife, Klopapier und saubere Toiletten zu schätzen, die kein Loch im Boden sind. Die vielen kleinen Dinge des Alltages, die sonst so normal und selbstverständlich sind – für uns sind sie wie kleine Wunder. Danke Welt für diese Lektion! ♥

Unterkunft in Sepilok

Sepilok – Ein Ort, an dem wir uns einmal nicht um eine Unterkunft kümmerten, sondern einfach einer Empfehlung folgten. Wir schliefen im Sepilok Bed & Breakfast in einem Doppelzimmer für 120 MYR (26,40 Euro), wo wir auch zu Abend aßen und ein Frühstück inklusive hatten. Von hier aus sind es 500m bis zum Rainforest Discovery Centre und 1,5 km bzw. 20 bis 25 Minuten bis zum Orang Utan Rehabilitationscenter.

Orang Utan auf Weg

Orang Utan Rehabilitation Centre

Weswegen es uns überhaupt in Richtung Sepilok getrieben hat, ist definitiv dem Wunsch geschuldet, Orang Utans zu sehen. Da es mehr als schwierig zu sein scheint, Orang Utans in freier Wildbahn zu sehen, entschieden wir uns doch dafür, das Rehabilitationscenter zu besuchen.

Fauler Orang Utan

Für einen Preis von 30 MYR (6,60 Euro) bekommt man entweder abends um 18 Uhr eine einstündige Nachtführung oder tagsüber sein persönliches Orang Utan Erlebnis bei Tageslicht. Da das Rehabilitationscenter primär dafür dient, ursprünglich wilde Orang Utans für den Dschungel zu trainieren und verwaiste Orang Utans wieder aufzupäppeln, um sie später wieder in die Wildnis entlassen zu können, gibt es hier von vornherein keine Garantie, dass man wirklich einen Orang Utan zu Gesicht bekommt.

Zwei Orang Utans in der Nursery

Daher wird empfohlen, zu den Fütterungszeiten um 10 Uhr oder um 15 Uhr vorbeizukommen. Aber auch diese sind keine Garantie, denn die Orang Utans kommen nur, wenn sie es möchten. Wir haben um 10 Uhr morgens lediglich einen Orang Utan gesehen und das auch erst nach 30 Minuten, als wir bereits aufgeben wollten. Da die Fütterung nur aus wenigen Bananen besteht und sich die Orang Utans selber versorgen sollen, ist der Andrang nicht der größte. Sei dir dessen bewusst. Vielleicht sind sie nämlich auch gerade im Regenwald auf Entdeckungstour … you will never know.

Orang Utan schläft auf dem Weg

Eine andere Möglichkeit ist, die kleinen verwaisten Orang Utans in der Nursery zu besuchen, in der sie vormittags und nachmittags nicht nur gefüttert werden, sondern auch Benimmregeln für die Wildnis und im Umgang mit Gefährten lernen. Leider kann man diese aber auch nur hinter einer Glasscheibe beobachten.

Orang Utan entspannt sich

Selbst die abendliche Nachtwanderung ist keine Garantie. Niemand kann sie dir geben, entweder du hast Glück oder nicht. Aber probieren solltest du es allemal. Wäre doch schade, wenn du deine Chance verpasst, oder? 🙂

Rainforest Discovery Centre 

Vielleicht hast du im Rehabilitationscenter kein Glück gehabt, Orang Utans zu sehen, vielleicht hast du sie aber im Rainforest Discovery Centre entdecken können. Da die Orang Utans sich nicht nur im Rehabilitationscenter bewegen können, sondern auch im Rainforest Discovery Centre ist es sicher nur eine Frage des Timings und natürlich eines Fünkchen Glücks. Zu den Fütterungszeiten könnte es deine Chance, sie auf ihrem Weg zurück zum Rehabilitationscenter zu beobachten.

Canopy Walk Rainforest Discovery Centre

Und wenn nicht, hast du für 15 MYR (3,30 Euro) wenigstens die Möglichkeit, die vielen Pfade durch den Regenwald zu wandern oder über den Canopy Walk einen weitschweifenden Blick über die vielen unterschiedlichen Baumwipfel zu werfen. Der Park ist von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist 17 Uhr. Gegen 18 Uhr findet ebenfalls eine Nachtwanderung statt. Der Preis beträgt wie im Rehabilitationscenter 30 MYR (6,60 Euro).

Orang Utan mit Blatt

Fazit

Wenn du dich damit arrangieren kannst, dass du vielleicht einen oder zwei oder sogar gar keinen Orang Utan siehst, ist das Rehabilitationscenter deine Chance. Denn wer garantiert dir schon, dass du in der Wildnis mehr Erfolg hast?

Orang Utan spielt mit Blatt

Der Regenwald hat mich leider so gar nicht begeistert, sehr touristisch und vor allem so gar kein Vergleich zu Sri Lanka. Aber für 3,30 Euro kann man sich schon mal einen Canopy Walk gönnen. Für mich war es jedenfalls der Erste 🙂

Orang Utan und Blatt

Kurzum: Ich hatte mir mehr erwartet, nachdem die Gegend von so vielen Leuten gehuldigt wurde. Aber vielleicht hatte ich auch einfach nicht das Glück wie all die anderen Schwärmer. Das Rehabilitationscenter war seinen Besuch wert. Wer in der Gegend ist, sollte es für den Preis besuchen. Und wenn nicht: Kalimantan soll auch ziemlich cool sein!

 ♥ ∞ ♥ ∞ ♥

Ein unglaublich großes Dankeschön geht an Marius Pohl,
der diese wunderschönen Photos von den Orang Utans geschossen hat
und definitiv mehr Glück hatte als wir, ihnen so nahe zu kommen!

Folgt ihm auf Facebook und lasst euch
von seinen Abenteuern inspirieren!

1 comment

Leave a Reply

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen