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Infinite Summer


7 Tipps, wie du deinen eigenen Flohmarkt überlebst!

7 Tipps, wie du deinen eigenen Flohmarkt überlebst!

Ein kleiner Beitrag meiner geliebten Schwester über unsere Aktion „Der Flohmarkt und ich, wer kam denn auf die Schnapsidee?“

Der Herbst flattert durch die Tür und schwups sitzt man in seinen eigenen vier Wänden und fängt an seine Schubladen aufzuräumen. Während man all seine Schubladen durchwühlt und versucht Ordnung hineinzubringen, überlegt man, was man mit den Sachen, die man nicht mehr gebrauchen könnte, anstellen könnte?

Als Studenten mit einem nicht so prall gefüllten Portemonnaie kamen meiner Schwester und mir die zündende Idee: Wie wäre es mit einem Flohmarkt? Man wird zwar selten reich damit, aber die Reisekasse lässt sich hiermit durchaus etwas füllen. Der Weg ist steinig und hart, natürlich, aber ein Flohmarkt ist auch eine abwechslungsreiche Methode, um an ein bisschen Geld zu kommen, wenn Weihnachten noch etwas auf sich warten lässt. Alles, was du brauchst, ist Organisation und Geduld!

DO’s und DONT’s

Ich persönlich war noch nie auf einem Flohmarkt, aber meine Schwester. So pragmatisch wie ich bin, googelte ich erstmal nach DO’S and DONT’S. Ich konnte leider nicht so viel finden, aber meine Schwester, als Kind der wahren 90er, fand reichlich Schätze auf dem Dachboden. Neben zahlreichen Büchern, CDs, DVDs und Kassetten sammelten sich peu à peu auch Furbys und Tamagotchis an. Eine ungeahnte Geldgrube! 

Der Beginn des Wahnsinns

Unsere Ausbeute: Stapelweise Bücher. Kleinkram. Klamotten. Wie wollen wir das nur alles handhaben? Und was ist eigentlich mit den Preisen? Wir schrieben letztendlich Listen mit all unseren Büchern und recherchierten nach aktuellen Preisen. Anschließend verpackten wir alles in Kartons und warteten bis zum großen Tag.

An einem Sonntag mitten im November war es endlich soweit: Der Flohmarkt stand an! Zusammen fuhren wir in zwei Autos vor. Mit uns: unzählige Kisten. Ein riesiges Chaos, das wir zu bändigen versuchten. Bereits zwei Stunden vor Kundeneinlass waren wir vor Ort. Uns stand ein Nachtflohmarkt bis 22 Uhr bevor. Puh. Das könnte ziemlich anstrengend werden.
Tipp #1: Seid auch wirklich pünktlich mindestens zwei Stunden vorher da. Erstens: Ihr steht draussen mit den anderen noch an! Zweitens: Ihr braucht die Zeit locker zum Aufbauen eures Standes!

Eingedeckt mit Campingstühlen, Decken, Thermoskanne und diversem Essen fingen wir unsere nostalgische Reise an. Wir brauchten fast 1,5 Stunden um alles aufzubauen, während zwischendurch schon die anderen Händler kamen, die natürlich geübterweiser schneller waren, und unsere Sachen schon inspizierten.

Während des Aufbaus verkauften wir bereits die ersten Sachen und waren völlig überfordert mit der Situation. Hallo? Wir sind noch am Aufbauen. Was wir dafür wollen? Oh Gott, machen Sie bitte einen Vorschlag. Hilfe!

Tipp #2: Setzt euch zu Hause in Ruhe hin und guckt euch eure Sache an und überlegt vorher genau, wie viel ihr ungefähr dafür haben wollt. Entgegnet ihr jemandem „Machen Sie einen Vorschlag?“ so wird dieser die Frage einfach elegant zurückwerfen: „Machen Sie einen Vorschlag!!“ Und ich sage euch: das ist verdammt unangenehm und stottern ist nicht so professionell! 

Natürlich haben wir uns vorher auch genau überlegt, wie wir unseren Tisch möglichst attraktiv gestalten könnten.

Tipp #3: Druckt euch kleine Zettel aus mit Sprüchen drauf, wie zB. „Lust auf romantische Stunden?“ für Bücher aus dem Genre Romantik. Damit haben wir dann unseren Tisch bestückt und viele Komplimente bekommen. Sehr einfallsreich und raffiniert gelöst. 

Als wir zwei Schüsseln mit Kekse drapierten, dachten wir eigentlich, das würde Kunden anlocken. Fehlgeschlagen! Alle auf Diät oder zu schüchtern. Na ja, so blieb mehr für unseren winterlichen Speck. Was aus unseren Listen mit den Büchern geworden ist? Wir brauchten sie nicht, denn wir haben ungelogen nur ein einziges Buch verkauft. Echt traurig 🙁

Tipp #4: Schreibt euch keine Listen! Unnötige Arbeit, aber dennoch solltet ihr vorab recherchieren, wie viel man noch für ein Buch solcher Art verlangen kann. Ich denke, wir hatten einfach Pech. Wir standen mittig und am Eingang gab es zwei große Stände nur mit Büchern. Die Leute waren wohl einfach übersättigt!
Ihr habt noch wahre Schätze im Keller, wie Modellautos, Sammlerhefte, Furbys oder Tamagotchis …
Tipp #5: Schallplatten sollte man putzen! Modellautos verlieren an Wert ohne ihren geliebten Karton! Sammlerhefte verlieren auch an Wert, wenn Sie keine Extras und Posters mehr enthalten! Furbys und Tamagotchis lieber bei Kleinanzeigen reinstellen! 
Kommen wir nun zu der Sache mit dem Geld. Wir hatten eine Kasse dabei und darin 50 Euro in  Kleingeld (10ct bis 2€).
Tipp #6: Es ist empfehlenswert wirklich so viel dabei zu haben, denn es gibt Menschen, die mit einem 20€ Schein ankommen, um etwas für 2€ zu kaufen. Ja, solche Menschen soll es geben! Also seid auf sie vorbereitet 🙂
Weiterhin können wir euch empfehlen, ein paar Plastiktüten im Petto zu haben, denn manche Menschen gehen auf einen Flohmarkt und haben tatsächlich keine eigene Tüte mit. Oder es regnet einfach draußen. Was ihr noch dabei haben solltet? Stift, Schere, Klebeband, Papier und eventuell einen Taschenrechner. Und für die Schwachen unter uns: eine Sackkarre kann manchmal Wunder schaffen! 
Tipp #7: Habt ihr eure Sackkarre vergessen? Steht zufällig auf dem Parkplatz in der Nähe von Menschen mit einer? Guckt hilflos und sagt laut denkend „Ach, wie doof, wir haben unsere Sackkarre vergessen. Wie doof sind wir!!“ Ich sage euch, ihr habt binnen kürzester Zeit mindestens 1-2 zur Verfügung. Hat bei uns jedenfalls geklappt. Hahah. Es gibt sie eben doch, die Helfenden!
Weiterhin wäre es gut, wenn ihr mindestens zu zweit seid, damit immer jemand beim Stand bleibt. Die Massen an Leuten kommen immer stoßweise. Es kann gut möglich sein, dass ihr mal fünf Leute gleichzeitig da habt.
Tipp #8: Ruhe bewahren! Die Hälfte geht eh wieder und zu zweit kann man die andere Hälfte händeln.
Sobald sich die Tore öffnen, strömen natürlich erstmal viele Menschen hinein, dass legt sich aber zur Abendbrotzeit. Danach kommen meistens nochmal welche bis zum Beginn der Primetime. Und ab da an könnt ihr zur Ruhe kommen. Es werden nur noch vereinzelt welche kommen. Es soll auch vorkommen, dass ihr Menschen mehr als dreimal seht, weil alle reizüberflutet sind und etwas länger zum Erfassen brauchen. Wenn ihr Glück hattet, ist euer Stand ein Mittelstand und ihr habt verdammt coole Leute um euch herum. Wir hatten es. Neben uns war zum Beispiel einer von der Polizei mit zwei riesigen Klamottensäcken. Er hat dann für uns alle ringsherum Modenschau gemacht und wir haben alles kommentiert. Herrlich amüsant!

Ein langer Tag neigt sich dem Ende. Circa eine Stunde vor Ende kommen kaum noch Leute, weswegen viele dann schon anfangen abzubauen. Wir taten es ihnen gleich und verstauten wieder alles in den Kartons.FAZIT: Flohmarkt kann man mal machen. Du solltest sehr geduldig und vor allem vorbereitet sein sowie nicht erwarten viel Geld zu verdienen. Es kommen allerdings schon Glücksgefühle hoch, wenn man die Standgebühr schon beim ersten Verkauf wieder drin hat, aber Traurigkeit, wenn man sieht, wie manch kleiner Kindheitsschatz für wenig Geld den Tisch verlässt, obwohl man sie damals für so viel DM von seinem Taschengeld gekauft hat. Für all diejenigen, die nach einem kleinen Abenteuer suchen! 

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