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Infinite Summer


Bali – Indonesiens Liebling! Ein Hype, der nicht abebbt.

Bali. Bali. Bali. Kein Hype ist momentan so groß, wie um die kleine Insel Bali in Indonesien. Gerade mal 95 Kilometer  von Norden nach Süden und 145 Kilometer von West nach Ost. Von der Größe her nichts gegen Thailand, Vietnam, Laos oder Kambodscha. Und trotzdem mindestens genau so sehr verehrt – wenn nicht sogar mehr. Wenn ich Revue passieren lasse, wie gut meine Photos aus Bali bei Instagram angekommen sind und wie wenig Leidenschaft die Welt für Sri Lanka dagegen zu haben scheint … Verrückt. Und traurig, wie ich finde. Gern würde ich an dieser Stelle anfangen, über Bali zu schwärmen. Ganz lange. Ganz viel. So wie jeder es tut. Aber das kann ich nicht. Denn ich bin von Bali nicht überzeugt. Zumindestens nicht aus meiner Backpacker-Perspektive. Was aber größtenteils daran liegt, dass Bali und ich … wir führen eine Hass-Liebe. Die 3 Wochen, die wir durch Bali gereist sind, haben mich fast täglich ernüchtert. Ich hatte mir Bali wie Thailand vorgestellt. Wie auch immer ich auf diese Idee kam. Die Realität war eine komplett andere. Auch wenn es auf den Photos nicht so wirkt. Denn die wecken Sehnsucht und machen Lust auf Entdeckung!

Blick über Ubud von unserem Homestay aus …
Blick über Ubud von unserem Homestay aus …

Der Traum vom Strand

Meine Vorstellung von Strand ist eine ganz einfache: weitläufig, heller Sand und Palmen und kristallklares Wasser. So ein wenig urisches Paradies. Recht zeitnah las ich aber in meinem Lonely Planet Reiseführer, dass Bali vulkanbedingt eher für dunkle, fast schwarze Strände bekannt sei. Zu Beginn unserer Reise, die uns von der Hauptstadt Denpensar nach Canggu im Westen zu Lovina im Norden führte, war ich schlichtweg nur enttäuscht. Klar, Strand ist Strand, aber eben auch nicht. Wenn dein Handtuch nach einem Strandbesuch mit dunklem Sand besprenkelt ist, deine Füße aussehen, als hättest du den ganzen Tag mit ihnen in der Blumenerde gegraben und du am Ende des Tages schwarze Schmutzstellen von deinem Körper kratzen kannst … dann ist was falsch. Finde ich zumindestens. Das hat nichts paradiesisches für mich.

Die Idylle: White Sand Beach
Endlich die Idylle: White Sand Beach

Im Laufe unserer Rundreise entdeckten wir glücklicherweise einen hellen und vor allem richtigen schönen Strand. Den White Sand Beach in Padang Bai. Am Besten mit dem Roller zu erreichen! Wichtig für alle Interessierten: Der Strand unterliegt stark den Einflüssen von Ebbe und Flut. Manchmal nur ein Hauch von Sand, manchmal ein großer breiter Streifen. Das Schönste? Zum Ende des Strandes verlaufen sich nur wenige Menschen, man ist quasi allein, wenn man es möchte. Das Beste? Frisch gegrillter Mahi Mahi Fisch mit scharfer selbstgemachter Sauce. Sooo lecker. Sooo lecker! Wenn ich meine lecker, meine ich wirklich sehr sehr lecker. Der frisch gegrillte Fisch Balis war wirklich das Beste am scheinbar so eintönigen Essen Indonesiens!

Abendessen in Jimbaran am Strand, Zeit für frischen Fisch ... mhhh!
Abendessen in Jimbaran am Strand, Zeit für frischen Fisch … mhhh!

Die Preise in Bali

Einer der genialsten Dinge Thailands waren für mich die Preise. Wie sehr liebe ich das günstige Essen an den Straßenständen Thailands! Wie sehr liebe ich ich die günstigen Smoothies überall! Wie sehr liebe ich die günstigen 5 Euro Massagen! Und wie sehr liebe ich es, für 5 bis 10 Euro die geilsten Unterkünfte zu haben! Zusammen mit meiner Freundin hatte ich bei unserem Backpacking-Trip durch Thailand einen so coolen Bungalow am Strand, mit eigener Terrasse und Hängematte + Frühstück. Für 5 Euro. Das kann ich bis heute nicht begreifen. Gut, vielleicht ist es eine Frage der Saison (wir waren im September), aber wenn schon. 5 Euro pro Person, das sind gerade mal 10 Euro für eine Nacht. GENIAL. So ein Glück hatten wir immer wieder in Thailand.

Manchmal gibt es aber auch Ausnahmen
Manchmal gibt es aber auch Ausnahmen

Von solch einem Glück konnten wir in Bali meist nur träumen. Egal, wie viel Zeit wir damit verbracht hatten, nach Unterkünften zu recherchieren … Oft landeten wir richtig schlechte Treffer. Einmal war es sogar so schlimm, dass wir die Unterkunft wieder verlassen mussten, weil die Betten nicht nur voller Flecken waren und es im Bad schimmelte, sondern auch das Zimmer kein Fenster hatte. Das ging gar nicht. Ich weiß nicht, welche Zimmer auf den Photos im Internet zu sehen waren oder eher aus welchem Zeitalter die Photos stammten … aber das ging echt gar nicht. In unserer nächsten Unterkunft in Lovina war es aber leider auch nicht besser. Das Gefühl, dass Bali ein wenig stehen geblieben war und die Unterkünfte vor 5 Jahren richtig schön waren, verließ uns einfach nicht mehr. Selbst am Strand hatten wir das Gefühl, mit der balinesischen Welt stehen zu bleiben. Auch die vielen arbeitslosen herumlungernden Menschen um uns herum, zusammen mit den streunenden Hunden, den verblichenen Kacheln im Pool, der zerstörten Platten … trugen nur noch mehr dazu bei. Als würden sie alle einem Bali von vor 5 Jahren nachtrauern. Wisst ihr noch? Damals?

Insel der 1000 Tempel – im Bilde der Postkartentempel schlechthin: Ulun Danu Bratan Tempel
Insel der 1000 Tempel – im Bilde der Postkartentempel schlechthin: Ulun Danu Bratan Tempel

Anders erging es uns auch nicht mit den vielen Tempelanlagen in Bali. Teilweise haben wir uns gefragt, wofür der Eintritt verlangt wurde, so zerfallen waren die Anlagen. Der Mutter-Tempel war der Inbegriff von Schock für uns. Ziel aller war hier nur, den „Touristen“ das Geld aus den Taschen zu ziehen. Mehr nicht. Wie schön gepflegt waren dagegen – abgesehen vom Ulun Danu Bratan Tempel – die Anlagen in Thailand … hach!

Kulinarische Vielfalt

Abgesehen vom oben erwähnten frisch gegrillten Fisch konnte Bali gefühlt auch nur mit Nasi Goreng, Bami Goreng und Gado Gado dienen. Immer. Überall. Morgens. Mittags. Abends. In unterschiedlich guter Qualität. Und gar nicht mal so günstig. Nichts im Vergleich zu den frisch zubereiteten 1 Euro Curries in Thailand. Scharfes Essen schien auch Fehlanzeige. Als Curry-Liebhaberin war für mich das fast einzige kulinarische Highlight ein Thairestaurant in Nusa Dua, welches wir nur durch Zufall entdeckt haben. Mit richtigem scharfem Curry. Für viel zu viel Geld. Oh was war die Sehnsucht nach Thailand groß! Wenn ich dann bei Instagram die leckersten Smoothies-Bowls sehe, weiß ich auch nicht, was schief gelaufen ist.

So hätte es öfter sein können ...
So hätte es öfter sein können …

Vielleicht ist es dem Fakt geschuldet, dass wir nicht nicht nur in Seminyak oder im Süden Balis, der Bukit-Halbinsel, unterwegs waren. Ein Glück gab es immer wieder kleine Stände, an denen frisch gepresste Säfte verkauft wurden. Das war meine Vitamin-Dosis für unterwegs. Denn auch anders als in Thailand gelang es mir selten, an frische und vor allem exotische(!) Früchte heranzukommen. Ziemlich schade! Ein Highlight nebst meinem Curry waren zumindestens noch ab und an richtig leckere Pancakes zum Frühstück, beispielsweise in Padang Padang. Mit meiner Lieblingskombination Erdbeeren und Ananas. Mhhh! So viel zum Thema hippe vegane Restaurants und Smootie-Bowls. Auf einer Rundreise quer durchs Land scheinbar eher problematisch – schade! 🙁

Erdbeer-Ananas-Pancakes zum Frühstück ♥
Erdbeer-Ananas-Pancakes zum Frühstück ♥

Massagen

Als es nach Bali ging, war meine Vorfreude immens! Ich träumte nicht nur von den ellenlangen weißen Sandstränden und leckerem asiatischen Essen, sondern auch von günstigen Massagen! Ich weiß noch, wie gut ich mich in Thailand nach jeder Massage fühlte und vor allem wie oft ich mir eine Massage gönnen wollte! In Bali sah das leider ganz anders aus. Die Preise waren doppelt so hoch, im Vergleich zu Deutschland natürlich immer noch völlig unter dem Standardpreis, aber das, was ich dafür bekam, war der Horror. Ich habe es immer wieder probiert, in unterschiedlichen Orten und in verschiedenen Salons. Einfach um zu sehen, ob ich vielleicht bisher die falschen Orte erwischt hatte. Aber das einzige, was ich davon hatte, waren zum xten Mal ölige Haare … örks. Kein befreiendes entspanntes Gefühl danach, dafür pure Langeweile dabei. Während ich in Thailand der letzten Massage hinterhertrauerte, hörte ich in Bali nach der Hälfte der Reisezeit auf, mich nach Massagen zu sehnen.

Abenteuer im Monkey Forest in Ubud
Abenteuer im Monkey Forest in Ubud – für die Massage bitte anstellen!

Transport

Wer sich in Bali fortbewegen möchte, mietet sich am besten einen Roller. In Anbetracht des Verkehrs hat es uns einige Tage gekostet, bis wir uns „soweit“ fühlten, bis wir sagen konnten „okay, wir machen das!“ und bis wir der Überzeugung waren „wir schaffen das“. Der Verkehr ist verrückt. Jeder fährt, wie er es will. Oder zumindestens scheint es so. Vielmehr ist es ein wer zuerst hupt, fährt-Prinzip. Das muss man erstmal verstanden haben. Danach gewöhnt man sich relativ schnell an die Gegebenheiten. Alleroberste Priorität ist generell: guck lieber zweimal! Und dann hupe! Hab bloß keine Angst vor dem Hupen, denn Hupen gehört in Bali zum guten Ton. P.S. Bei unseren Unterkünften konnten wir uns jedes Mal einen Roller ausleihen, gerade für kürzere Distanzen ideal! Ein Ausflug zum Meeres-Tempel nach Tanah Lot? Kein Problem! Ein Ausflug an den Strand? Kein Problem! Ein Ausflug nach Tegalalang zu den Reisterrassen? Kein Problem! 🙂

Roller fahren in Bali - seid ihr bereit?
Roller fahren auf Bali – seid ihr bereit?

Wer sich nicht traut, mit dem Roller selbständig die Insel zu erkunden, dem sei ans Herz gelegt, die Blue Bird Taxis zu nehmen. Mit dem Unternehmen seid ihr auf der sicheren Seite, was das Vorhandensein eines Taximeters angeht … und dass dieser auch angeschaltet wird. Seht davon ab, die Preise auszuhandeln. Meistens verliert man. Sei denn man weiß den „richtigen“ Preis. Oder einen, der annähernd stimmen könnte. Aber auch wenn das Taximeter läuft, gibt es keine Garantie, dass der Preis zum Schluss zu eurem Wohlgefallen ist. Gerade in touristischen Gegend ist Stau ohne Ende. Und in eher untouristischen Gegenden wissen die Fahrer manchmal auch nicht, wohin sie fahren müssen. Straßenschilder sind eine Rarität. Weswegen es sich ebenfalls empfiehlt, bei der Navigation mit dem Roller auch mal eine Navigations-App anzuschmeißen. Während so mancher längeren Taxi-Fahrt musste ich dem Taxi-Fahrer auch erstmal beweisen, dass meine Route die zielführendere ist. Stieß generell säuerlich auf! Gefiel aber unserem Portemonnaie! Ha! Scout ist definitiv mein All-Time-Favorit, da man die Karten erst herunterlädt und sie später Offline benutzen kann, überall!

Auf Entdeckungstour durch Bali
Auf Entdeckungstour durch Bali

ABER JA,
ICH GESTEHE … 

Bali hat auch schöne Seiten!

Weswegen Bali und ich wirklich eine Hass-Liebe miteinander führen. Begeistern konnte ich mich – wie viele andere auch – für die gemütliche spirituelle Gegend in und um Ubud. Zwischen Reisterrassen eingebettet, von viel Grün umgeben, lässt sich Ubud peu à peu im Schlendergang entdecken. Viele kleine Gassen mit unzähligen kleinen individuellen Geschäften. Und nur ein kurzes Stück entfernt, lädt der Monkey-Forest zum Spielen mit kleinen frechen bananengierigen Äffchen ein. Hier hatten wir eine echt abenteuerliche unvergessliche Zeit! Und drumherum nur saftige Idylle, Entspannung pur. Kein Wunder, dass viele tagelang oder gar wochenlang in Ubud verweilen.

Reisterrassen in Tegalalang bei Ubud
Reisterrassen in Tegalalang bei Ubud

So richtig für Bali hätte ich mich wohl auch begeistern können, wenn wir mehr Geld in die Hand für die Unterkünfte genommen hätten. Denn wenn ich so sehe, wie viele schöne AirBnb-Unterkünfte bei Instagram um die Welt gehen, welcher Blogger die schönsten Photos vom Anantara Resort in Uluwatu postet und wer alles von Finn’s Beach Club schwärmt … dann bekomme ich auch Lust und Sehnsucht nach dem „Paradies“  – wer nicht? Aus der low-budget-around-the-world-Perspektive waren mir die Abenteuer der schönen Reichen bisher leider verwehrt. Oder sagen wir eher: es (noch) nicht wert. Aber was nicht ist, kann ja irgendwann mal noch werden, oder? Vielleicht wäre ein zweiter Besuch kein schlechter.

Vielleicht wäre ein zweiter Besuch die Chance, dass Bali und ich
… dass es Liebe wird.
Liebe auf den zweiten Blick eben!

Denn wer kann hier schon NEIN sagen?

Sonnenuntergang am Strand von Lovina
Sonnenuntergang am Strand von Lovina

Und jetzt ihr: Was hat euch an Bali so begeistert? Was hat euch in Bali gar nicht gefallen? Liebe? Hass? Oder auch eine Art Hass-Liebe für die Chance auf Besserung? Ich bin mehr als gespannt!

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